Markt für Träume

Wo bekommen wir unsere Träume und Wünsche her? Ob es dafür einen Laden gibt? Einen Markt würde es sicher dafür geben.

„Tausche oder verkaufe gescheiterten Traum gegen einen anderen.“

Oder:

„Erfüllter Traum, second-hand, günstig abzugeben.“

Kann ein wieder aufgewärmter Traum genauso nahrhaft sein wie ein aufgewärmtes Essen? Oder verdirbt er bei mehrfacher Wiederverwendung? Gibt es ein Verfallsdatum für Träume? Und was passiert, wenn dieses abgelaufen ist? Kann man Träume durch die richtige Verpackung oder die Zugabe von Konservierungsstoffen auch länger haltbar machen? Vielleicht einen vakuumverpackten Traum als Schmuck an die Wand hängen? Das könnte ein neuer Trend werden. Vielleicht würde es eine Galerie voller verlorener Träume geben. Und die Menschen würden kommen, um sich an den Träumen anderer zu erbauen. Sich am Leid anderer zu laben. Am Schicksal anderer teilzunehmen und sich vielleicht an ihre eigenen Träume erinnern und versuchen, sie wiederzubeleben.
Wenn man einmal einen tiefen Traum hatte, ihn dann aber aufgegeben hat, heißt das dann, dass er ganz aus dem Herzen verschwunden ist? Oder existiert er noch immer und wartet nur auf fruchtbare Zeiten, so wie das Samenkorn im kargen, trockenen Boden auf Regen wartet? Sollte dieser Traum noch einmal aufkeimen, oder ist es besser, wenn er für immer tief im Herzen verschlossen bleibt? Kann ein Traum, den man vor Jahren hatte, noch einmal mit derselben Intensität neu geweckt werden, auch wenn das ganze Leben sich seit dem verändert hat? Was passiert, wenn plötzlich ein alter Traum wieder aufflammt, der uns einmal fast zerstört hat? Und wenn dieser Traum plötzlich die Chance auf Erfüllung hat? Sollte jeder Traum in Erfüllung gehen? Auch ein alter, schon vergessener Traum?
Zeugt ein Traum nicht auch von einem wachen, fühlenden Herzen? Was ist aber, wenn man in sich keine Träume mehr trägt? Wenn das Herz so unwirtlich geworden ist, dass kein Traum dort mehr Wurzeln schlagen kann? Bedeutet das den Tod unserer Seelen? Unseren Tod? Kann man dagegen noch etwas tun, oder ist das unvermeidlich unser Untergang?

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