Sucht

Worauf wir sehnsüchtig warten, passiert nie dann, wenn wir es erwarten.
Wenn wir es herbeisehnen, uns kaum auf andere Dinge konzentrieren können, weil uns der Gedanke daran gefangen hält.
Erst wenn wir schon halb aufgegeben haben, die Normalität langsam wieder Einzug hält, wenn wir nicht mehr ständig warten, passiert etwas. Das Objekt unserer Begierde blitzt kurz auf, um schon beim kleinsten Zeichen neuerlicher Sehnsucht wieder zu verschwinden.
Wer kann in solchen Momenten schon einen kühlen Kopf bewahren? Man stürmt los auf das begehrte Ziel und wundert sich nur nebenbei, dass je schneller man läuft, desto schneller das Ziel aus unserem Blickfeld verschwindet.
Hält man endlich erschöpft und genervt an, schon winkt es wieder um die Ecke und das Spiel geht von vorne los.
Doch irgendwann wollen wir nicht mehr. Nach zahllosen Versuchen haben wir keine Lust mehr uns zum Narren halten zu lassen. Wir kehren um.

Und plötzlich schleicht uns unsere Sehnsucht hinterher.

 

 

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